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Rügen

Donnerstag 06. Juni 2019 - nicht Konny Reimann, aber Conny aus Rügen

Nach dem hektischen Stadtleben in Berlin freuten wir zwei Landeier uns enorm auf die Natur auf der Ostsee-Insel Rügen. Endlich wieder frische Luft und etwas Ruhe!

Genau so war es dann auch: Wir zwei fast alleine auf einem grossen Campingplatz etwas ab von der Zivilisation, und wieder einmal mitten im Walde. Das einzige Geräusch ist das angenehme Vogelgetzwitscher - traumhaaaaaft! Wäre da nicht das WLAN-Problem! ;-) (Dazu dann aber später mehr...)

Nach einer erholsamen Nacht wollten wir dann wie gewohnt den ersten Tag zum Erkunden nutzen. Da wir uns auch über diesen Ort im Voraus nicht gross informiert haben, fragten wir kurzerhand bei der Campingrezeption nach: Welches Städtchen eignet sich für Strassenmusik? Und an welcher Bucht findet man Schwemmholz? Schwemmholz zu sammeln hatten wir nämlich beide auf unsere "Must-Do" Liste gesetzt, Ursi um etwas Selbstgemachtes als Geschenk an eine Hochzeit mitzubringen (auch dazu später mehr ;-) ), und Meli als Rohmaterial um damit Verkaufsgegenstände für ihr künftiges Lädeli herstellen zu können. Die Dame im Büro wusste zwar selber nur bedingt weiter, verwies uns aber hilfsbereit zum Campingplatz Nr. 9, an welchem Conny mit seiner Frau wohnt: "Conny weiss alles und noch viel mehr!" war die Aussage der Chefin des Campings. So machten wir uns kurzerhand auf den Weg zu Platz Nr. 9... Und so war es dann auch: Mit grosser Freude empfing uns Conny, holte seine Landkarte aus dem Wohnwagen und wir setzten uns alle im Garten an den Tisch. Conny zeigte uns mit Hilfe der Landkarte ein paar nette Kaffees, Sehenswürdigkeiten, Wanderorte und natürlich, welche Buchten sich für das Schwemmholzsammeln eignen. So spontan und hilfsbereit wie Conny war, bot er uns an, den etwas schwer zugänglichen Küstenweg direkt hinter dem Camping, mit uns zu gehen. Gesagt getan: 10 Minuten später wanderten wir bereits mit unserem Natur-Guide Conny durch die Wildnis von Rügen und erhielten zusätzlich spannende geschichtliche, geologische und  geografische Infos zu der Insel. So zeigte er uns u.a. auch einen alten Wanderweg, welcher noch aus der DDR-Zeit stammt und leider nur noch z.T. begehbar ist, da er nicht mehr den heutigen Wanderwegs-Normen entspricht, somit von allen Wanderkarten gestrichen wurde und leider deshalb auch nicht mehr in Stand gehalten wird. So watschelten wir dann ca. 2 Stunden der Bucht entlang: Zum Teil durchs Gebüsch, kletterten über angeschwemmte oder ausgeschwemmte Baumstämme und sammelten in grossen Mengen Treibholz ein. Unser Sammlerherz schlug hoch!

Nach diesem spontanen Abenteuer fuhren wir dann nach Binz. Dies soll ein nettes Örtchen mit einer Strandpromenade sein, welches sich für unser Strassenmusik-Vorhaben eignen könnte... 

Und so war es dann auch: Was für ein netter Ort, welcher sofort zum Schlendern, Kaffee trinken, lecker Fisch essen, Glace schlecken, Souvenirs shoppen oder einfach nur zum Geniessen am typisch windigen Ostseestrand einlädt. Genau etwa in dieser Reihenfolge haben wir dies dann auch gemacht ;-) !

Und ja, in deutschen Restaurants bekommt man das Getränk ja fast ausschliesslich in der Glasflasche geliefert. Der Umwelt zu Liebe! Eh ja, toll das so kein Plastik produziert wird, aber ob Glas jetzt tatsächlich umweltfreundlicher ist, darüber scheiden sich ja die Geister... Anyway - Meli war so angetan von dieser schönen blauen Flasche, dass bei ihr schon wieder die kreative Ader zum Vorschein kam und sie diese unbedingt als neue Wohnwagen-Blumenvase wollte. Kurzerhand wurde die nette Serviererin gefragt und diese meinte dann sofort: "Ja klar doch, schnell einpacken und gut ist." DANKE! Jetzt aber ab nach Hause und ein paar schöne Blumen sammeln gehen... :-)

 

Ausserdem fanden wir schnell ein paar ideale Spielplätze, welche wir dann Morgen gleich ausprobieren wollen...

 

 

Meli`s Survival-Tipp Nr. 3:

  • Hast du ein Loch im T-Shirt aber keine Strumpfkugel zur Hand: Ein Apfel ist die perfekte Aushilfe!

Freitag 07. Juni 2019 - Ostseebrise

Gesagt, getan! Da sind wir nun auf der Strasse in Binz und sind uns aber nicht wirklich sicher, ob wir hier wirklich auch ohne Genehmigung spielen dürfen. Denn auf der Homepage der Gemeinde findet man leider keine aktuellen Angaben zum Thema Strassenmusik! Hmm, dann fragen wir einmal mehr direkt vor Ort nach...

Meli ging also kurzerhand in ein Schuhgeschäft (nein, Schuhe werden heute keine gekauft!) und erkundigte sich, wie es hier bezüglich Strassenmusik geregelt ist. Die Dame an der Klasse war sehr bemüht und verwies uns an das Kuramt, welches direkt um die Ecke ist und auch geöffnet haben soll. Sie meinte auch, dass wenn wir dann das Rechtliche geklärt hätten, wir auf jeden Fall direkt vor dem Schuhladen spielen sollen, sie würde sich freuen!

So zogen wir mit unserem Leiterwagen zum Kuramt und erhielten sofort grünes Licht und ein Gratis-WC. Ja, so was muss man sich merken! Nicht das unser erspieltes Geld gleich wieder weggespült wird - eh, für einen Toilettenbesuch ausgegeben wird!

Bei angenehm sonnigem Wetter spielten wir dann zwei Sets. Das erste Set wie gewünscht in der Fussgängerzone mehr oder weniger vor dem Schuhgeschäft - die nette Dame kam sogar extra aus ihrem Geschäft heraus, um uns ein wenig Kleingeld zu spenden! Sie war allgemein sehr herzlich und besorgt um uns. So kam es, dass sie uns, als wir am Donnerstag noch einmal in Binz spielten, beim Mittagessen vor ihrem Schuhgeschäft erkannte und sich erkundigte wie es uns ergangen ist. Ja, da fühlt man sich doch sehr willkommen und ein wohliges Gefühl kommt auf... Obwohl uns nun in der Halbzeit die Familie, Freunde und natürlich der Ehemann schon längers je mehr fehlen... . Das mit der Fussgängerzone war jedoch so eine Sache! In Mitten der Fussgängerzone verlief noch eine Strasse. Dies war uns gestern auch nicht aufgefallen und ist natürlich für unser Vorhaben nicht ganz optimal, weil einerseits Strassenlärm direkt vor der Strassenbühne herrscht und anderseits, weil die Passanten sich für den linken oder rechten Gehsteig entscheiden müssen. Wir suchten also noch einen weiteren Spielort und wurden auch schnell fündig. Die Strandpromenade! Dort gibt es passenderweise ein Künstler-Strässchen, wo diverse Künstler ihre Waren zum Verkauf anbieten und wir uns super passend zwischen zwei Marktstände stellen und die grosse vorbeilaufende Masse mit unserer Musik unterhalten konnten.

Trotz der grossen Menschenmenge und dem ausschließlich schlendernden Tourismus war das Publikum etwas verhalten, ja wenn nicht sogar sehr skeptisch! Bis am Abend war unser Tagesfazit klar: Trotz einigen sehr herzhafter Begegnungen (wir wurden u.a. mehrere Minuten von einer Passantin gefilmt :-) ) sind die Urlauber in Binz - obwohl vorwiegend vermögend - eher zurückhaltend und nicht wirklich grosszügig veranlagt (versnobt, sagt man dem wohl? :-P ).

 

Nach dem Nachtessen half uns die Natur jedoch unsere Gemüter etwas aufzuhellen. Wir folgten Connys Spuren und machten uns auf eigene Faust nochmals ans Treibholz sammeln. Nicht nur das Sammeln machte uns einen heiden Spass, auch die Abendstimmung an der Bucht war unbeschreiblich schön. Und dieser Sand! Da muss man nicht mehr an die Karibik fahren - weissen Sand gibt es auch in Deutschland! Meli füllte deshalb fleissig mit einem Esslöffel ihren Zipsack und Ursi suchte noch die restlichen passenden Hölzer für ihr Hochzeitsgeschenk.

Sonntag 09. Juni 2019 - Traumaussicht beim Spielen

Obwohl wir uns ja bei unserem ersten Spieltag in Binz nur bedingt wohl gefühlt hatten wollten wir heute noch einen Versuch wagen - mit Start in der zum Schluss entdeckten Künstler-Meile.

An der Künstler-Meile angekommen war sogar der Stand direkt neben unserem Standort vom letzten Mal leer - somit bot sich ein optimaler Abstand zu den benachbarten Ständen, um die ausstellenden Künstler dort nicht zu stören wenn sie ihre Kunden beraten. Dass es den netten Herrn auf der rechten Seite nicht stören würde wussten wir ja schon vom letzten freundlichen Gespräch... von ihm hatten wir auch den guten Tipp erhalten, unseren Banner mit einem "Schletzgummi" an einer Strassenlaterne zu befestigen, um dem stark wehenden Wind trotzen zu können! Die Dame links meinte sogar, sie freue sich über etwas abwechslungsreiche Unterhaltung. Na dann, aufgebaut und losgespielt. Unglaublich viele Leute waren unterwegs - wir hatten völlig vergessen, dass ja Pfingstsonntag war und somit sicher einige ein verlängertes Wochenende am Strand verbringen wollen bei dem schönen Wetter. Ideal für unsere Absichten!

 

Und die Aussicht zum Spielen ist hier die wohl Beste die man sich wünschen kann: Mit Sicht auf die wundervolle Ostsee - wow! Da gefällt es auch dem Gitarrenkoffer, wenn er für einmal im Sand liegt und nicht auf dem schmutzigen Trottoir ;-).

 

Faszinierend war auch, wie anders die Atmosphäre heute war im Gegensatz zum Freitag - die Leute waren um einiges freundlicher und weniger "versnobt". So viele Menschen wie noch nie blieben stehen, hörten sich ein paar Songs an, klatschten oder unterhielten sich kurz mit uns. Ein älteres Ehepaar sass länger auf einer Bank neben uns und hörte uns zu. Irgendwann hörten wir den Mann seiner Frau sagen: "Dann mach es doch einfach!" Und plötzlich hatten wir einen wunderschönen Sopran, der uns bei "Hallelujah" noch musikalisch unterstützte! Sogar der Ehemann sang schlussendlich den Refrain noch mit. Wow, so schön, so soll es sein!

Als zweiten Standpunkt wollten wir uns zuerst noch an die Seepromenade stellen, die uns am Freitag auch noch empfohlen worden war. Nachdem wir uns als kleine Pause ein Stück Kuchen und einen Kaffee am Seeufer gegönnt hatten war jedoch klar, dass sich dieser Ort nicht bewähren würde: Nebst dem Wind, der direkt am Ufer immer recht kritisch ist, waren auch die Fussgänger nicht sehr zahlreich unterwegs. Also zurück in die Fussgängerzone Richtung Strand. Auch da war die Atmosphäre genauso verändert - und sogar den Zeitpunkt hatten wir optimal gewählt: Gegen Ende unseres Sets war auch gerade Ladenschluss und so kam ein wahrer Menschenstrom aus der Shopping-Meile zurück an uns vorbei und einige verweilten noch ein bisschen bei uns. 

 

In der gleichen Ortschaft und sogar an den fast identischen Spielorten zwei so unterschiedliche Eindrücke zu erleben hätten wir nicht erwartet!

Pfingstmontag 10. Juni 2019 - Schlechtwetterprogramm

Endlich hätten wir ja einen Campingplatz gefunden mit super schnellem, toll funktionierendem WLAN. Nur kostet leider das WLAN hier nicht pro Tag oder Zeiteinheit (geschweige denn ist es ganz gratis verfügbar), sondern kostet pro Datenmenge. Und 1 GB sind halt in der heutigen Zeit - insbesondere da wir unseren Blog für euch hier ja auch gerne mit vielen tollen Bildern bestücken - sehr schnell aufgebraucht! 

Und da wir nun doch schon bald eine Woche auf Rügen sind, wird es Zeit mal wieder einiges in unserem Blog festzuhalten, bevor die Erinnerung wieder verblasst.

Deshalb die gute Idee für den regnerischen Tag für heute: wir erkunden Stralsund (Festland-Städtchen, von welchem aus die Rügen-Hochbrücke zur Insel Rügen führt) und suchen uns dort ein nettes Café mit WLAN, in welchem wir eine Weile sitzen und am Blog schreiben können. Da heisst es immer, die Schweiz sei schlecht ausgerüstet mit WLAN im internationalen Vergleich... aber wo steht denn da der Norden von Deutschland?!? Nachdem wir über die Hälfte der Altstadtgassen schon zu Fuss hinter uns hatten und in jedem Café, das wir entdeckt haben erfolglos nach WLAN gefragt haben, fanden wir doch noch eines: das "SüdWest Café". Dazu erst noch ein super niedliches kleines Café mit hausgemachten Leckereien und vielen speziellen Kreationen wie dem Red Velvet Latte (mit Vanille und Randensaft), Mandel-Dattel-Macchiato, Chai und Matcha Latte, Kokos-Streuselkuchen mit Pudding, u.v.m. Mmmh!!!! 

 

Hier blieben wir also erst mal 'ne Weile, bis wir wieder alle News für euch zu Papier bzw. ins Netz gebracht hatten! ;-)

 

Ausserdem nutzten wir die Zeit, um den Weg zum Bahnhof von Stralsund auszukundschaften, ab welchem Ursi am kommenden Weekend an die Hochzeit in der Nähe von Düsseldorf fahren wird. 

Dienstag 11. Juni 2019 - Ausflug nach Thiessow

Grundsätzlich war geplant, dass wir hier an den wöchentlichen Markt gehen und uns dann noch ein gutes Plätzchen für das Musizieren suchen. Hmm, da der Markt eher etwas abgelegen vom Dörfchen und dem Strand war, fanden wir trotz sehr vielen Touris kein optimales Spielplätzchen. Ausserdem suchten wir vergebens eine Strandpromenade wie es sie in Binz gibt. Ja, Thiessow ist doch etwas kleiner als gedacht!

So genossen wir diesen Teil der Insel ausschliesslich für uns - was auch nicht zu verachten war ;-). So suchten wir als erstes das Ostseebad auf und schlenderten eine Weile am Strand entlang. Danach genossen wir einen leckeren Eierlikör-Schokoladen-Birnenkuchen und einen Kaffee. 

Am späten Nachmittag zog es uns dann noch an den südlichen Küstenabschnitt von Thiessow. Wow, soooo wunderschön! An diesem Strand war das Wasser viel ruhiger und dementsprechend war das Wasser auch viel klarer. Zusammen mit dem herrlichen Blumenfeld standen wir an einer Traumkulisse. 

Beim Nachtessen besuchte uns dann noch kurz Conny. Er teilte uns mit, dass sein Nachbar ein riesiges Kunstwerk mit Treibholz konstruiert habe. Dass liess sich Meli nicht entgehen und zog nach dem letzten Schluck Wein sofort in Richtung Strandweg, wo Conny wohnt. Er zeigte ihr dann kurzerhand das Gebilde. Faszinierend, was der Nachbar für unglaublich grosse und dementsprechend eindrucksvolle Schwemmhölzer gefunden hat! Meli nutzen ausserdem die Chance ihren gefundenen (Bern-?) Stein dem Fachmann Conny zu zeigen. Dieser meinte knallhart: "Beiss mal rein!" Da aber nichts passierte war schnell klar, das dieser gelbliche Stein leider kein Bernsein is(s)t. Aber der liebe Conny hat noch ganz viele Fundstücke an Lager und schenkte Meli kurzerhand sechs Stücke Bernstein. Ehhh ja, zuerst waren es nur fünf Steine. Meli musste auch hier den Beisstest vollziehen und biss wohl etwas zu fest zu! Den der eine Stein brach kurzerhand auseinander... :-P

Weekend 14. - 17. Juni 2019 - 4 Tage sturmfrei & eine Hochzeit

Meli:

Morgenfrüh und schon stand ich alleine am Bahnsteig und wünschte Ursi eine gute Reise, eine schöne Hochzeit und vor allem eine unvergessliche Zeit mit ihrem Mann in der Nähe von Düsseldorf. 

Obwohl wir beide eine kurze Nacht hatten (die halbe Nacht zog ein heftiges Gewitter über Rügen, das Geschoss im Wohnwagen war wieder einmal im vollem Gange und jeder Tannzapfenfall brachte vor Schreck fast unsere Herzen zum Stehen!), kitzelte in mir die Entdeckungslust. Denn das Wetter war toll - stahlblau und angenehm warm. So zog es mich kurzerhand zur wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit in Rügen: dem Nationalpark "Jasmund" mit seinen Kreidefelsen. Der riesige Parkplatz war noch leer und so zog ich in aller Morgenruhe alleine durch den herrlichen Buchenwald. Nach gut 40 Minuten Fussmarsch erreichte ich das Nationalpark-Zentrum "Königsstuhl" mit den bekannten Felsen. Eigentlich wollte ich ja nur kurz auf die Aussichtsplattform, und die herrliche Natur geniessen. Nix da! Für alles wird selbstverständlich Eintritt verlangt. Und wenn ich schon einmal da bin, gönn ich mir dies nun auch im ganzen Ausmass - das volle Touripaket! So fand ich mich dann unerwartet im sehr toll gebauten Nationalparkzentrum mit Filmvorführung, Ausstellung, Bistro und vielem mehr... Und natürlich der Aussichtsplattform. Alles war sehr lohnenswert - auch die Aussicht war wie erhofft unglaublich beeindruckend! Da habe ich doch gerne den Eintritt bezahlt - schliesslich muss auch alles in Stand gehalten werden und die Arbeitsplätze finanziert werden. Bei der "Viktoria-Sicht" (diese ist übrigens gratis, da sich diese nicht mehr im Nationalpark-Zentrum befindet ;-) ) brauchte ich als Höhenangst-Hase dann etwas Überwindung, bis ich mich auf die kleine aber überhängige Plattform stellte. Phu, mein Mut wurde belohnt! Waaaaas für eine unbezahlbare schöne Aussicht! Da hat sich mein Ausflug jetzt schon gelohnt! Ein netter Tourist hielt dies dann auch noch für mich fest - also nicht die Aussicht, aber wie ich auf der Plattform etwas verkrampft stehe... ;-)

Überwältigt von diesem Ausblick zog es mich danach zum Kap Arkona. Ach ja, das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt! Auf dem Rückweg von der Kreideküste zum Parkplatz kam mir die ganze Touristenmassen entgegen und der riesige Parkplatz war bis auf ein paar wenige freie Parkplätze voll!

Auch der Ausflug zum Kap Arkona war wunderschön. Ich genoss vor allem die Zeit am Strand. Ja, mein Sammler-Gen konnte einfach nicht ruhen ;-). So war ich dann auf der Suche nach allem was man am Strand von Rügen so finden kann. Und das ist schon Einiges! Das Steinewenden direkt am Wasser hat sich sofort ausbezahlt. So fand ich schnell ein paar Fossilien, einen Hühnergott (Feuerstein mit einem natürlich entstandenen Loch, nach slawischem Volksglauben soll dieser Stein das Hausgeflügel vor bösen Geister schützen) und einige Kreidekügelchen. Meine Suche sah anscheinend sehr professionell aus: So wurde ich von einem Tourist gefragt, ob hier denn auch Bernstein zu finden sei. So antwortete ich, wie von Conny gelernt: "Ja, an allen offenen Stränden/Küsten in Rügen kannst du mit etwas Geduld Bernstein finden." :-)

Am Samstag hatte ich dann genau zwei Ziele:

1. Gratis-WLAN finden und 2. nach Binz in die Apotheke fahren. Da unser Camping etwas "ab vom Schuss" ist und wir da ja nur begrenzt Internet haben, fuhr ich kurzerhand in den nächsten grösseren Ort und suchte einen "Burger King" auf. Auf Fast Food ist wohl Verlass, denn da fand ich endlich Gratis-WLAN! Schliesslich ist heute ein ganz wichtiger Tag, da mein Göttibueb Mauro seinen 3. Geburtstag feiert und ich ihm schon vor unserer Abreise versprochen habe, mich dann an seinem grossen Tag per Videotelefonie bei ihm zu melden. Was für ein tolles Gefühl, wenn man dieses Versprechen dann auch einhalten kann und den Kleinen wieder einmal "sehen" kann. 

Und wenn man schon einmal Internet hat, wird dies auch sinnvoll genutzt und der liebe Mann zu Hause auch noch kurz angerufen. Schliesslich gab es in unserem Kollegenkreis wieder Nachwuchs und da musste u.a. kurz das "Bäumli stellen" mit dem Göttergatten besprochen werden ;-). 

Eigentlich wollte ich ja nur kurz nach Binz fahren, die bestelle Ware in der Apotheke abholen und wieder nach Hause düsen. Da landete ich doch glatt mitten im Ziel der "Oldtimer-Fernfahrt". Sehr spannend, was da alles angefahren kam. Unter anderem fuhr der grösste Lastwagen, welcher zu DDR-Zeiten gebaut wurde, an mir vorbei.

Da das Wetter heute aber meist wolkig und regnerisch war, zog es mich dann doch zeitig zurück auf den Camping. Der Abend wurde mit einem leckeren Erdbeer-Dessert abgerundet. Schliesslich wäre ich in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt wohl auch am Dessert schlemmen. Obwohl dies wohl eher ein Kuchen mit drei Kerzen drauf gewesen wäre... ;-).

Halt, da war doch noch was! Nachts um 1:00 Uhr fand ich ganz erschrocken eine festgebissene Zecke zwischen meinem kleinen Finger und dem Ringfinger. Hach, dich hab ich doch heute Abend schon einmal gesehen! Genau, als ich das abgewaschenen Geschirr im Wohnwagen verräumen wollte, krabbelte dieses Tierchen an der Wohnwagendecke entlang. Ich dachte mir noch, sieht doch aus wie eine Zecke! Ich wollte sie eigentlich mit dem Finger zerquetschen, aber hoppla, plötzlich als ich mit der Hand näher kam war sie wie weggeflogen! Jetzt weiss ich auch wohin! Ja gut, vielleicht hätte ich nicht mit dem Finger nach ihr greifen sollen. Denn jedes Kind weiss doch, dass Zecken auf Wärme reagieren und sich dann fallen lassen, bzw. festbeissen... So hatte ich also noch einen ungewollten nächtlichen Notfalleinsatz, welcher sich dann aber mit einer Pinzette zum Guten wendete. Ganz unten am Kopf habe ich zugegriffen und dem Parasiten ein Ende gesetzt und danach auch wirklich mit einem Taschentuch zerquetscht! Ende gut, hoffentlich alles gut (den zum Glück habe ich noch vor dem Projekt meine zweite Zeckenimpfung erhalten, mit welcher ich fast zu 100% geschützte sein sollte - zumindest gegen FSME...)

 

Ursi: 

Nur für ein verlängertes Wochenende eine Zugfahrt von gut 7 Stunden auf mich zu nehmen wäre mir unter anderen Umständen ja nicht in den Sinn gekommen - aber für die Hochzeit einer der besten Kolleginnen (und Eltern meines Patenkindes) lohnt sich das allemal! In Düsseldorf traf ich dann Chregu, der per Flugzeug aus Zürich nach Düsseldorf gereist war. Schön, sich nach so langer Zeit getrennt endlich wieder zu sehen und noch einmal mehr zu merken, was man aneinander hat und wie sehr man sich vermisst hat! 


Ursi`s Survival-Tipp Nr. 1:

  • Hast du ein Flecken auf dem Kleid: Die Kernseife aus dem Geigenkoffer (eigentlich zum Schmieren gedacht, falls die Wirbel zu sehr klemmen) entfernt auch sämtliche Flecken wunderbar!

 

Vom Wein beflügelt waren wir wieder äusserst kreativ! Meli bastelte aus dem gesammelten Treibholz und ein paar Muscheln die neue Wohnwagen-Deko passend zum hohen Norden von Deutschland. Ursi war fleissig was das Basteln bezüglich Hochzeitsgeschenk anging. So fertigte sie kurzerhand ebenso aus Schwemmholz, Muscheln und Draht ihr Geschenk an. Es fehlte nur noch das passende Schild, welches ihr Mann dann am Wochenende direkt mit an die Hochzeit mitbrachte...

 

Übrigens da Rügen ja schon sehr nördlich liegt und der Polarkreis auch immer näher rückt (obwohl es ja doch noch einige Kilometer bis Skandinavien wären...), bekommen wir dies reichlich zu spüren. Die Nächte sind hier extrem kurz! So wird es erst kurz vor Mitternacht richtig dunkel und um 2:00 Uhr setzt bereits die Dämmerung wieder ein, da um 04:30 Uhr bereits wieder die Sonne aufgeht! Herrlich!!!

 

Rügen würde sich hervorragend für Veloferien eignen! Die Strassen verlaufen sehr flach und die Radwege sind unglaublich gut ausgebaut. Dementsprechend ist hier auch fast der ganze Tourismus auf dem Fahrrad unterwegs.

 

Sanddorn ist neben Bernstein und dem Hühnergott DAS Mitbringsel von der Ostsee-Insel. Die Spezialität Sanddorn wird in allen Variationen angeboten. So findet man es u.a. als Saft, Schnaps, Marmelade, Bonbons oder als Glace verarbeitet in jedem Lädeli.

 

Allgemein ist uns aufgefallen, das der Norden sehr sauber ist. Ausserdem findet man auf Rügen keine Obdachlose, und Strassenmusiker hat es nicht einmal eine Hand voll...

 

DANKE Rügen für die wundervolle Landschaft, das sonnige & warme Wetter, die angenehme Ostseebrise, das Treibholz, den Sand, die vielfältigen Steine, die Muscheln & die Ruhe - wir kommen sehr gerne wieder einmal bis hier nach oben in den hohen Norden!

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