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Flensburg

Mittwoch 19. Juni 2019 - Moin, moin Flensburg

Nach einer siebenstündigen, ermüdenden, aber ereignislosen Fahrt, sind wir am späten Abend in der nördlichsten Stadt Deutschlands angekommen. 

Unser Camping liegt direkt an der Flensburger Förde, im Bereich der westlichen Ostsee. Auf der gegenüberliegenden Uferseite sieht man sogar schon Dänemark!

Der Campingstrand sieht herrlich aus und das klare und relativ warme Wasser lädt jetzt schon zum Baden, bzw. SUP ein...

Trotz später Abendstunde konnten wir am Strand noch den unglaublichen Sonnenuntergang geniessen, welcher erst kurz nach 22.00 Uhr erfolgte. Keine Frage - uns gefällt es hier jetzt schon ausgezeichnet!

 

Dies bestätigt auch der heutige Haushaltstag: Ohne grössere Probleme konnte der Waschtag in kurzer Zeit vollzogen werden! Nur das Wetter hielt uns leicht auf Trab! So erwachten wir am morgen bereits um 7:00 Uhr mit Gewitter Nr. 1. Dieses war so heftig, dass im Dorf sogar die Sirene anfing zu heulen! Etwas erschrocken und ahnungslos schauten wir mal vorsichtig aus dem Wohnwagen, wie so mancher Nachbar auf dem Campingplatz auch. Nach ersten Erkundigungen soll dies eine Mitteilung an die Anwohner bezüglich Feuer sein. Da ist wohl irgendwo ein Blitz eingeschlagen, war unser erster Gedanke (und so war es dann auch, wie wir zufällig am nächsten Tag aus einer Zeitung in einem Strandkaffee erfahren haben...).

Nach dem Mittagessen und Wäsche waschen (ein Teil der Wäsche hing fröhlich im Wind am Wäscheständer, um zu trocknen) zog es uns zum Einkaufen in die Stadt, um unsere Vorräte wieder aufzustocken. Als wir vollgepackt aus dem EDEKA kamen stellten wir erschrocken fest, dass bereits Gewitter Nr. 2 im Anmarsch war! Also schnell rein ins Auto, losdüsen und pünktlich wie ein Schweizer Ührchen bei den ersten Regentropfen vor dem Wäscheständer stehen, um die Wäsche vor einem zweiten ungewollten Wäschegang zu retten. :-) Kaum war das Gewitter vorbeigezogen, stellten wir unsere Wäsche dann logischerweise wieder raus an die Sonne. Wer jetzt denkt, dass dieses ganze Hin & Her dann endlich ein Ende hatte - falsch gedacht! (Wir übrigens auch... :-P) So war doch tatsächlich während dem Nachtessen Gewitter Nr. 3 in Sichtweite! Also die schon trockenen Wäschestücke sofort abnehmen und den Wäscheständer mit der restlichen feuchten Wäsche wieder unter das Sonnendach ziehen, um einen erneuten Wäschegang zu vermeiden!

Am eindrücklichsten beim dritten Gewitter war jedoch das faszinierende Wolkenbild - ein fahrendes, sich immer wieder leicht veränderndes Kunstwerk - da kann man sich das Kino wirklich sparen! ;-)

Freitag 21. Juni 2019 - The Rose

Während die Einen am eidgenössischen Turnfest versuchen zu punkten, versuchen wir in Flensburg Punkte zu sammeln, eh Geld;-).

 

Unsere erste Tour nach Flensburg bestätigte wieder, dass wir uns für unser Projekt wirklich wunderschöne, ansprechende Städte ausgesucht hatten. Ausserdem überraschte uns, wie viele Sport- und Outdoor-Läden in der Fussgängerzone von Flensburg zu finden sind! Dies spiegelte sich auch in den Passanten wieder und es bot sich uns ein ganz anderes Bild als in Rügen: Im Gegensatz zur neuesten Mode, luxuriöse Handtaschen und exklusive Hüten, sind hier die meisten mit Rucksack und sportlich-funktioneller Kleidung unterwegs. Ausserdem waren allgemein sehr viele Familien mit Kindern in der Fussgängerzone zu sehen.

Wir waren gut gelaunt und freuten uns sehr, nach einer Woche Strassenmusik-Pause wieder auf der Gasse spielen zu können. Unsere gute Laune steckte wohl an und so blieben so viele Menschen wie noch nie stehen oder schauten uns von den umliegenden Cafés her zu und applaudierten sogar nach fast jedem Song. So viel Aufmerksamkeit hatten wir noch nirgendwo zuvor gekriegt - wieder eine wunderbare neue Erfahrung! 

Die wohl schönste Begegnung am heutigen Tag war die Bekanntschaft mit einer älteren Dame aus Flensburg. Sie ist altershalber sehr zerbrechlich unterwegs und kann nur noch mit Stöcken vorsichtig und dementsprechend auch langsam gehen. Als sie uns beim Aufbauen entdeckte, kam sie sofort auf uns zu und erzählte uns, dass sie früher auch einmal Gitarre gespielt hätte und sogar in einem Chor aktiv war. Als wir dann noch ihren Linglingssong "Let it be" spielten war sie total aus dem Häuschen und "klatschte" mit ihren Stöcken im Takt mit. 

Eine andere nette, überraschende und kreative Geste zugleich, war eine geschenkte Rose nach dem Song "The Rose". Wir lieben das Spielen ins Flensburg nach nur einem Tag und freuen uns auf weitere schöne Begegnungen in der nördlichsten Stadt von Deutschland. 

Sonntag 23. Juni 2019 - Es läuft!

Als wir heute in Flensburg ankamen mussten wir uns unseren Weg zur Fussgängerzone durch eine grosse Menschenmenge und einige Absperrungen bahnen: Denn ein Staffelmarathon führte durch die Stadt! Hm, ob sich das wohl positiv oder negativ auf unseren Strassenmusik-Auftritt auswirkt? Wie viele Leute schlendern wohl trotzdem durch die Fussgängerzone?

Zuerst setzten wir uns jedoch noch an die Seepromenade, an welcher der Weg entlang führte, schauten den Läufern zu und genossen unsere heute zur Abwechslung mal sehr speziellen Mittags-Sandwiches. Wir hatten gestern von einem Nachbarn auf dem Campingplatz super leckere Dorsch-Buletten (bei uns Hacktätschli genannt) bekommen! Selbst gefangen und zubereitet - nur "leider" in etwas zu grosser Menge, so dass nebst der eigenen Familie auch gleich noch der halbe Campingplatz mit den leckeren Fisch-Buletten versorgt wurde. :-) 

 

In der Fussgängerzone angekommen stellten wir fest, dass der Lauf auch durch diese hindurch führte. Trotzdem fanden wir einen guten Standplatz, wo wir aufbauten und zu spielen begannen. Obwohl uns einige LäuferInnen und Passanten fröhlich zuwinkten oder einen "Daumen hoch" zeigten, liessen nur wenige Leute etwas Münz in unseren Koffer fallen. Die Aufmerksamkeit galt heute eindeutig dem Marathon. So spielten wir heute auch nur ein Set und machten uns dann wieder auf den Heimweg... 

Fazit der bisherigen Erfahrungen mit Strassenmusik machen an / neben laufenden Anlässen: Am Anfang unserer Reise hatten wir gedacht, dass grössere Anlässe ein guter und potentiell lukrativer Ort zum Spielen seien, um die dort wartenden oder schlendernden grossen Menschenmengen zu unterhalten. Die Erfahrung hat uns soweit aber das Gegenteil gelernt. Die Aufmerksamkeit der Menschen, auch wenn nicht unmittelbar in Nähe des Anlasses, gilt an diesen Tagen eindeutig etwas anderem. Sie verweilen - auch wenn Zeit da wäre - nicht bei uns sondern es zieht sie an ihren eigentlichen Zielort. Wir werden - wenn überhaupt - eher als ein Teil der Anlass-Unterhaltung wahrgenommen. Somit werden wir in Zukunft nach Möglichkeit solche Situationen vermeiden und eher werktags spielen - obwohl wir dies initial als "schlechtere" Gelegenheiten eingestuft hatten, erweisen sich Werktage mit normalen Ladenöffnungszeiten als die optimalen Spieltage soweit!

Sind wir also gespannt, auf unsere weiteren Erfahrungen diesbezüglich...

 

Immerhin konnten wir unsere Zeit in der Stadt nutzen, um noch etwas im Internet zu surfen und die wichtigsten Dokumente für unsere morgige Fahrt nach Sylt herunterzuladen. (Ohne Buchungsbestätigung eines Campings wird man mit Wohnwagen / Wohnmobil nämlich nicht auf den Autozug oder die Fähre, bzw. auf die Insel gelassen!)

Flensburg ist übrigens die erste Stadt unserer Reise, die über gratis WLAN verfügt - und dazu erst noch super schnelles! Was für unser Projekt natürlich von Vorteil ist, da wir u.a. bezüglich unseres Blogs auf das Internet angewiesen sind...


Oh, wie die Zeit hier in Flensburg schnell verging! Wir sagen DANKE für die kurze aber sehr tolle Zeit und kommen sehr gerne wieder...

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