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Oldenburg

01. Juli 2019 - Zögerlich Richtung Ostfriesland unterwegs...

Extra früh sind wir aus den Federn, damit wir zeitig in Oldenburg ankommen. Denn heute müssen wir ja nicht nur mit dem Autozug zurück auf das Festland (leider!) sondern haben auch noch eine ca. vierstündige Autofahrt vor uns - so dachten wir... :-P

Als erstes mussten wir nämlich knapp eine Stunde warten, bis wir auf den Autozug Richtung Niebüll auffahren durften, da wir den vorherigen gerade verpasst hatten. Das war noch halb so wild, damit hatten wir ja ein Stück weit gerechnet und deshalb auch genügend Zeit eingeplant.  

Was wir aber nicht eingeplant hatten, waren dann die nächsten Ereignisse... :-/ Als nächstes stockte es beim Autobahnring Hamburg. Über mehrer Kilometer befindet sich hier nämlich eine grosse Baustelle und so tuckerten wir über eine Stunde mal schneller, mal langsamer um Hamburg herum. Immerhin konnten wir noch einen kurzen Blick auf den eindrücklichen Containerhafen erhaschen. 

Kurz nach Hamburg mussten wir dann beide dringend mal - also auf der nächsten Raststelle raus! Leider waren wir nicht die Einzigen und es herrschte ein totales Chaos auf der Raststelle, keine freien Parkplätze und Stau auch auf diesen Strassen - so wechselten wir uns halt am wartenden Steuer ab, um uns trotzdem erleichtern zu können. ;-) Als wir dann endlich Richtung Ausfahrt der Raststelle kamen sahen wir dann auch, was den ganzen Stau verursacht hatte: Ein Lastwagen hatte verkehrt herum ins Strässchen einbiegen wollen und sich dann verkeilt... So mussten wir nochmals etwas warten, bis dieser mit Hilfe von einigen anderen Lastwagenfahrern wieder aus dem Weg manövriert war und es dann für den Rest der Strecke doch noch flüssig weiter gehen konnte. 

Pünktlich vor Rezeptionsschluss kehrten wir dann um 17.30 Uhr endlich auf unserem neuen Camping in Oldenburg ein. 

 

Wir sind gespannt, was unsere bereits letzte Station bezüglich Strassenmusik zu bieten hat...


Mittwoch 03. und Freitag 05. Juli 2019 - Zum Abschluss zwei Spieltage, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten!

Was für ein spannender Abschluss - in Oldenburg erlebten wir an unseren beiden letzten Spieltagen nochmals die ganze Bandbreite unserer bisherigen Erfahrungen! 

Am Mittwoch meinte es das Wetter nochmals gut mit uns. Es war zwar teilweise frisch, aber hauptsächlich angenehm sonnig. Dafür waren die Passanten wieder so distanziert und wenig spendabel, wie wir es nun seit unserer ersten Erfahrung in Rügen nie mehr erlebt hatten. Und zur Abwechslung können wir noch zwei weitere Störgeräusche auf unsere Liste setzten: So fuhr an diesem Tag mehrmals ein Bagger mit grossem Krach direkt vor unserer Nase und somit auch durch die Fussgängerzone hindurch. Dazu kam noch, dass wir direkt vor dem H&M spielten, bei welchem alle 10 Minuten der Alarm abging. Dieses Problem hatte H&M übrigens bis am Freitag immer noch nicht gelöst... ;-)

Ganz anders dann am Freitag: Das Wetter war sehr durchzogen und zu Beginn des zweiten Sets mussten wir sogar schnell vor einem kleinen Regenschauer unter ein Vordach fliehen!

Dafür bekamen wir aber wider Erwarten wieder reihenweise Komplimente für unsere schöne, bewegende Musik und tollen Stimmen, und grosszügige Spenden in unseren Koffer - sogar ein 10-Euro Schein war dabei! WOW... mit so einem herzlichen und abwechslungsreichen Abschluss hätten wir nicht gerechnet, toller hätte es nicht sein können und entsprechend glücklich und zufrieden machten wir uns dann auf den Heimweg, auf dem wir unsere Erfahrungen dann auch schon ein erstes Mal Revue passieren liessen. 

 

Eine spannende Erfahrung dieser letzten Auftritte war auch, zu merken wie wir uns musikalisch-technisch seit dem Anfang entwickelt haben. An unseren Instrumenten sind wir wieder einiges versierter und nicht mehr so "eingerostet" wie noch vor wenigen Wochen! Stimmlich haben wir sicher immer noch die grösseren Baustellen als instrumental, da uns in diesem Bereich klar das Wissen (zumindest über eine kleine Basis heraus) fehlt und wir selber mit diesem sehr kleinen Know-how auch nur bedingt an unserer Technik arbeiten können. Aber auch hier zeigte uns der Freitag, insbesondere das erste Set, dass sich einiges getan hat während unseres Projektes: Wir fühlten uns bei diesem Set beide noch nicht wirklich fit und hatten jeder für sich das Gefühl, keine so gute Klangqualität hin zu bekommen wie wir es gerne möchten. :-/ Das gegenseitige Feedback vom Partner zeigte dann aber, dass dies gar nicht so "schlimm" klang wie wir es uns selber gedacht hätten, im Gegenteil! Somit konnten wir uns anscheinend in den letzten Wochen ein gutes Gefühl dafür aneignen, unsere Stimme im Rahmen unserer Möglichkeiten optimal einzusetzen - auch in Momenten, in denen wir uns etwas weniger wohl und fit fühlen. :-)

 

Nach unserem letzten Auftritt machten wir noch einen Abstecher zum IKEA am Rande von Oldenburg. Zum Glück ist IKEA ja fast überall auf der Welt vertreten, gleich eingerichtet und hat die gleichen Produkte! ;-) So konnten wir schon einen ersten Teil unserer Abschlussarbeiten in Angriff nehmen, um die Verbrauchsmaterialien im Wohnwagen wieder aufzufüllen und den Abend dann mit einem gemütlichen IKEA-Abendessen ausklingen lassen.


Übrigens, in Oldenburg sind die Bettler sehr direkt und einfallsreich! Stand da doch tatsächlich folgendes auf dem Karton: "Ich muss betteln - gib mit Geld." Ob wir unseren Werbebanner für die letzten Spieltage noch hätten ändern sollen?! ;-)

 

Etwas, das uns während der ganzen Tour aufgefallen ist: So lief regelmässig genau während unseres Songs "Your Daughter Your Honor" (wobei es um Ehrenmord geht!) eine Frau mit Kopftuch an uns vorbei...

 

Ein witziger Spruch, welchen wir an der Wand des Campingrestaurants entdeckt hatten: "Des Campers Fluch - ist Regen und Besuch!" Zumindest die Sache mit dem Regen können wir sofort unterschreiben! ;-) Aber da sind wir auf unserer Reise ja total verwöhnt worden - wirkliche Regentage hatten wir ausschliesslich in Nürnberg!

 

Wir sagen DANKE Oldenburg für den ehrenvollen Abschluss und freuen uns unglaublich auf die Rückreise Richtung Schweiz - zu unserem Zuhause, zu unseren Männern, zu unseren Familien, zu unseren Freunden... - da wo unser Herz hingehört!

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